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Anker für Gestrandete: Kapitän Boysen hilft Jugendlichen ohne Schulabschluss
Ministerpräsident Carstensen überreicht DEICHMANN - Förderpreis gegen Jugendarbeitslosigkeit in Norddeutschland
Kein Schulabschluss - keine Lehrstelle. Das ist für viele junge Menschen die traurige Realität auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Kapitän Jens Boysen beweist, dass es auch anders geht: Auf hoher See bildet er junge Männer ohne Schulabschluss zum „Wachbefähigten Decksmann“ aus. Ein Engagement, das vorbildlich ist und heute gewürdigt wird: Ministerpräsident Peter Harry Carstensen zeichnet den Kapitän und sein Team als Regionalsieger Norddeutschland des DEICHMANN-Förderpreises gegen Jugendarbeitslosigkeit aus. Deutschlands führender Schuheinzelhändler honoriert bundesweit Initiativen von Unternehmen und Vereinen für schwer vermittelbare Jugendliche mit diesem Förderpreis, der auf Landesebene von einer Reihe von Ministerpräsidenten unterstützt wird. Das Team der MS Steenborg hat es mit rund 25 weiteren bundesweiten Bewerbern in die Finalrunde des Wettbewerbs geschafft. Am 23. Oktober entscheidet sich, welche Preisträger das Fördergeld von insgesamt 80.000 Euro erhalten werden.
Kiel, 29. August 2006. Jährlich verlassen in Deutschland rund 80.000 Jugendliche die Schule ohne Abschluss. Weniger als 20 Prozent von ihnen finden einen betrieblichen Ausbildungsplatz. Der Rest landet entweder in Ergänzungs- und Berufsbildungsmaßnahmen oder direkt in der Arbeitslosigkeit. „Mein Angebot richtet sich an diejenigen Jugendlichen, denen woanders keine Chance gegeben wird“, sagt der studierte Pädagoge und Kapitän Jens Boysen. Seit November 2004 betreut er in Kooperation mit dem Hamburger Jugendhilfeträger Gangway e.V. benachteiligte verhaltensauffällige Jugendliche und junge Männer in der Krisenintervention auf seinem Frachter, der MS Steenborg. „Diese Arbeit hat mir gezeigt, dass es notwendig ist, den jungen Männern eine nachhaltige berufsorientierte Betreuung anzubieten.“ Weil ihm die Anerkennung als Ausbildungsbetrieb verwehrt blieb, konnte Kapitän Boysen nicht wie geplant zwei Ausbildungsplätze zum Schiffmechaniker einrichten. Um benachteiligten Jugendlichen dennoch eine Zukunftsperspektive aufzuzeigen, griff Boysen auf das Konzept der sechsmonatigen Kurzausbildung zum „Wachbefähigten Decksmann“ zurück. Diese Ausbildung ist speziell auf männliche Jugendliche ohne Schulabschluss ausgerichtet, die Interesse an praktisch-handwerklichen Arbeiten haben und eine intensive Betreuung benötigen.
Ausbildung bietet berufliche und persönliche Chance
Die Kurzausbildung zeigt den Jugendlichen wieder eine wirkliche Perspektive im Leben auf. Denn bereits nach sechs Monaten Ausbildungszeit können sie sich mit einem reichen Erfahrungsschatz und einem anerkannten Abschluss auf dem Arbeitsmarkt bewerben: Während der Lehrzeit werden die jungen Männer bei sämtlichen Arbeiten eingesetzt, die auf Deck während der Fahrt oder im Hafen anfallen. Sie helfen beim Lade- und Löschklarmachen des Schiffs, führen Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten durch und auch bei der Schiffsführung selbst sind die Jugendlichen gefragt, lernen beispielsweise das Schiff nach Kompass zu steuern. Die Breite der Ausbildung eröffnet den Jugendlichen später Beschäftigungsmöglichkeiten sowohl in der Küsten-, Binnen-, Ausflugs- und Traditionsschifffahrt als auch in der Küstenfischerei.
Vier Jugendliche hat Jens Boysen bereits zum „Wachbefähigten Decksmann“ ausgebildet. Drei von Ihnen konnten die Kurzausbildung erfolgreich abschließen und haben im Anschluss eine Lehrstelle oder eine Beschäftigung gefunden. Kapitän Boysen bleibt für sie alle auch nach Ende der Ausbildung Ansprechpartner. „Ich bin immer für die Jungs da. Und ich kann auf ein großes Netzwerk von Kontakten zurückgreifen, das durch meine 25-jährige Berufstätigkeit auf See entstanden ist. So kann ich den ein oder anderen Jugendlichen auch mal an einen Kollegen vermitteln.“
Landessieger hat Chance auf 20.000 Euro Fördergeld
Das Konzept von Kapitän Boysen hat die Initiatoren des DEICHMANN-Förderpreises gegen Jugendarbeitslosigkeit überzeugt. Neben rund 25 weiteren Bewerbern konnte sich die Crew der MS Steenborg für die Finalrunde des Förderpreises qualifizieren und wird heute als Regional-Sieger Norddeutschland gewürdigt. „In der kleinen Lebenswelt des Schiffs lernen die jungen Männer, Regeln zu akzeptieren und andere Menschen zu respektieren, sie integrieren sich ins Team und übernehmen auch selbst Verantwortung. Die Ausbildung auf der MS Steenborg zeigt den Jugendlichen damit nicht nur eine berufliche Perspektive auf, sondern ist gleichzeitig auch die Chance für einen persönlichen Neuanfang“, sagt Ulrich Effing, Projektleiter des Förderpreises bei DEICHMANN. Rund 200 Bewerbungen von Unternehmen und Vereinen aus ganz Deutschland, die benachteiligten Jugendlichen einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz geschaffen haben, waren eingegangen. Ins Leben gerufen wurde der Preis vom Vorsitzenden der Geschäftsführung der DEICHMANN-Gruppe, Heinrich Deichmann. Als Schirmherren engagieren sich Bundespräsident a. D. Roman Herzog, Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen und die Journalistin Sabine Christiansen.
Ministerpräsident Peter Harry Carstensen wird die MS Steenborg heute mit einer Urkunde auszeichnen, denn Initiativen für Benachteiligte seien auch in Schleswig-Holstein immer noch dringend notwendig. „Auch wenn die wirtschaftliche Entwicklung hierzulande im vergangenen Jahr deutlich dynamischer verlief als im gesamten Bundesgebiet, benötigen wir auch weiterhin eigenständige Projekte der Wirtschaft, um genügend Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen. Das Engagement des Kapitäns ist vorbildlich und zeigt, dass es sich lohnt, auch den Schwachen eine Chance zu geben.“ In Schleswig-Holstein ist die Quote der arbeitslosen Jugendlichen im Juli auf 12,1 Prozent (18.470 Jugendliche) im Gegensatz zum Vorjahresmonat gesunken – das sind 4.309 jugendliche Arbeitslose weniger als im Juli 2005.
Im Herbst entscheidet eine hochrangig besetzte Jury, wer von den rund 25 Finalisten es unter die Preisträger in den Kategorien „Städte, Institutionen und öffentliche Einrichtungen“ sowie „Unternehmen und private Vereine“ geschafft hat. Prof. Dr. Armin Falk, Forschungsdirektor des Instituts zur Zukunft der Arbeit in Bonn, der Wirtschaftsexperte und Journalist Michael Jungblut, ein Vertreter des Bundesfamilienministeriums sowie Heinrich Deichmann werden die Bewerbungen prüfen. Ob die MS Steenborg unter den bundesweiten Siegern ist und mit bis zu 20.000 Euro belohnt wird, entscheidet sich bei der Preisverleihung am 23.Oktober in Düsseldorf. _________________________________________________ Pressekontakt: Deichmann-Pressestelle: Boehnertweg 9, 45359 Essen Ulrich Effing: 0201/8676960, ulrich_effing@deichmann.com, Silke Janssen: 0201/8676961, silke_janssen@deichmann.com Wettbewerbs-Büro: P.U.N.K.T. PR GmbH, Theodorstraße 41a, 22761 Hamburg, 040-85 37 60-0, E-Mail: info@punkt-pr.de Zum Anfang der Seite Zurück zu Aktuell
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